Videowerkstatt im Westend / Wetzlar

Projektbeschreibung

In den Osterferien haben wir innerhalb einer Kinder- und Jugendaktionswoche im Stadtteil Silhöfer Aue / Westend einen Videoworkshop angeboten. Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren erprobten sich als Reporter, Drehbuchautoren und Filmbearbeiter. In einem selbstgedrehten Musik-Videoclip wurden einige Probleme der Kinder und Jugendlichen im Stadtteil thematisiert (Ladendiebstahl, Drogen, Spannungen zwischen ethnischen Gruppierungen).

In der ersten Woche der Sommerferien lief ein weiterer Videoworkshop, an dem ca. 15 Kinder und Jugendliche teilnahmen.

Nun ist Videowerkstatt ein fester Bestandteil der Jugendarbeit im Westend geworden. Wöchentlich trifft sich die Videogruppe. Mehrere Filme sind fertig. Im November nahmen wir an einem interkulturellen Jugendvideopreisverleihung in Köln teil. Wir nahmen zwar keinen Preis mit, aber wir kamen mit vielen neuen Kontakten und Ideen wieder. Am Ende des Jahres sollen fünf Jugendliche ausgebildet werden, um selbstständig eine Videogruppe zu leiten. Jugendliche aus anderen Stadtteilen werden mit Hilfe eines mobilen Computers (Laptop) die Möglichkeit haben, einen Film mit Hilfe der Videowerkstatt Westend zu drehen und zu schneiden. Am Ende dieses Jahres soll ein Filmprojekt gestartet werden: „Hier wohne ich“, Kinder und Jugendliche stellen ihren Stadtteil vor. Gleichzeitig arbeiten wir eng mit der Internet-Gruppe des Aktionsplans zusammen ( www.jugendnetz-wetzlar.de ), um die Filme im Internet präsentieren zu können.

Auf Grund der positiven Erfahrungen in der Arbeit mit den meist sozialbenachteiligten Kindern und Jugendlichen (die Mehrzahl von ihnen sind türkischer, kurdischer und russischer Herkunft) wollen wir die Medienarbeit intensivieren und als fester Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil installieren.

Ziele

Mit der Videowerkstatt wollen wir Kinder und Jugendliche an neue Technologien heranführen. Zielgruppe sind vor allem junge Leute, die sonst keine Möglichkeit haben, mit Computer, Internet und Video zu arbeiten.

In ethnisch gemischten Gruppen sollen sie ihr Leben, ihre Wünsche und Probleme thematisieren können. Der Blick durch die Kamera macht es möglich, das Alltagsleben zu hinterleuchten. Die Leinwand oder der Monitor gibt eine Plattform, sich selbst zu präsentieren. Ihr Stadtteil, ihr Leben und ihre Person stehen im „Rampenlicht“. Sie werden damit ernstgenommen.

Ein Schwerpunktziel ist die interkulturelle Begegnung. Russlanddeutsche und kurdische Kinder und Jugendliche arbeiten mit deutschen Kinder und Jugendlichen zusammen. Ihre unterschiedliche Sozialisation soll direkt oder indirekt thematisiert werden.

Innerhalb des 2. Halbjahres 2001 wollen wir eine (mehrere) Videogruppe(n) bilden, die an den unten genannten Themenfelder arbeiten. Neben der Videoproduktion wird es ein Ziel sein, die Ergebnisse im Internet präsentieren zu können. Ein anderer freier Träger der Jugendarbeit, er Internationale Bund (IB), wird Ende des Jahres ein Internet-Café einrichten. Hier wollen wir Videoarbeit und Internet miteinander verbinden, d.h. dass wir auch für die homepage www.jugendnetz-wetzlar.de Videoclips produzieren werden.

Innerhalb des Aktionsplans wollen wir ein Filmprojekt starten, dass die Kinder aus den Wetzlarer Stadtteilen animieren soll, ihren Stadtteil mit der Kamera vorzustellen („Hier wohne ich“, „Schauen Sie mal, Herr Bürgermeister“)

Langfristiges Ziel ist die Einrichtung eines „Nachbarschafts-TV-Kanals“ als ein kommunikations- und identitätsförderndes Medium im Stadtteil.

Bis jetzt wird das Projekt von mir alleine begleitet. Mit den jungen Leuten versuche ich, mich an die Technik heranzutasten. Im Dezember dieses Jahres werden wir einen Fachmann für Videoschnitt einladen. Mit seiner Hilfe sollen 5 Jugendliche ausgebildet werden, selbständig einen Film mit Kindern und Jugendlichen zu drehen und zu schneiden. Ein weiterer Kooperationspartner ist das „Medienkompetenzzentrum Wetzlar“, eine Einrichtung es staatlichen Schulamtes, die sich auf die pädagogische Arbeit mit dem Internet spezialisiert haben.

Themenfelder

Vier Themenfelder werden uns im kommenden „Schuljahr“ beschäftigen:

1. Veränderungswünsche der Kinder und Jugendlichen für den Stadtteil (Entwicklungen, Veränderungen, Gestaltung innerhalb des Projekts „Soziale Stadt“)

2. Das Leben der Kinder- und Jugendlichen bezüglich ihrer sozialen und ethnischen Herkunft

3. Musikvideos / Talkshow /Werbespots

4. Das Leben in anderen Stadtbezirken von Wetzlar

Bisherige Filme

  • Report über die Einrichtungen im Stadtteil
  • Langeweile – kein Thema
  • Blicke durch den Zaun
  • Deutschland
  • Break-dance im Westend