Simon










Ebenfalls eindrücklich ist die Skulptur des kreuztragenden Christus, aufgestellt im nördlichen Querschiff der Kirche. Es handelt sich hierbei um das Werk eines unbekannten Künstlers um ca. 1500. Das Kreuz mit seinen Armen fest umgreifend, schultert Christus in bemerkenswert aufrechter Haltung die ihm aufgebürdete Last, wobei die ernsten, schräg nach unten gerichteten Gesichtszüge den Blickkontakt des Betrachters zu suchen scheinen. Typisch für jene Schaffensperiode ist die Darstellung des Simon von Kyrene. Im Größenverhältnis zu Christus fast schon wie ein 'Zwerg' wirkend, berühren seine Hände zwar das Kreuz, doch von einem Tragen im eigentlichen Sinne, so wie es die biblischen Berichte nahelegen (vgl. Markus 15, 21), kann hier keine Rede sein.












Eine gestalterische Eigenwilligkeit mit theologischer Absicht - offenbar lag den Künstlern jener Zeit viel daran, festzuhalten, daß nur der Sohn Gottes selbst imstande ist, die Last des Kreuzes zu tragen. Dem Menschen dagegen kommt bei der Frage der Bewältigung seiner Schuld und seiner Verlorenheit vor Gott keine tragende Rolle zu. Er wäre mit dieser Last eindeutig überfordert. Seine Rolle beschränkt sich auf die eines Statisten.
Bei der Gestalt des kreuztragenden Christus im nördlichen Querschiff handelt es sich um ein Original, wenn auch mehrfach übermalt und restauriert. Die Figur des Simon von Kyrene dagegen mußte 1996 nachgeschnitzt werden, da hier das Original seit einem Diebstahl verschollen geblieben ist. (Anmerkung:










Inzwischen ist die Originalfigur auf spektakuläre Weise im Oktober 1997 wieder aufgetaucht und kann im Wetzlarer Stadtmuseum besichtigt werden.)












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